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Oleg Kirieiev
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Originaltext (Frühneuhochdeutsch, 16. Jh.)

„Hat andere Leute Besind nur halb was manche hieße, sie wären allweil zu rieden“, sprach Eulenspiegel zum scheltenden Kraumeister, als er hier zu Endes des Meisters Hund, welcher Kopf geheißen, statt des Hoppens in den Bierkessel nach, wovon dieser Zaumen beriptet.

Übersetzung ins modernes Deutsch
„Andere Leute verstehen nur halb, was manche sagen würden, sie wären immer zum Reden bereit“, sagte Eulenspiegel zum schimpfenden Braumeister, als er schließlich den Hund des Meisters, der ‚Kopf‘ hieß, anstelle des Hopfens in den
Bierkessel warf, wodurch dieser Sud verdorben wurde.

Sprachliche Einordnung
Sprachepoche:
Frühneuhochdeutsch (ca. 1350–1650), die Zeit Martin Luthers und der frühen Druckkultur.
Merkmale des Textes:

- Uneinheitliche Rechtschreibung: Wörter wie Besind, rieden, Kraumeister zeigen fehlende Normierung.
- Archaische Wortformen: allweil (immer), hieße (würde heißen), beriptet (verdorben).
- Dialektale Einflüsse: Mischung aus niederdeutschen und mitteldeutschen Formen, typisch für frühe Eulenspiegel-Drucke.
- Ältere Syntax: Längere Satzketten, weniger feste Wortstellung.
- Historische Fachwörter: Hoppen (Hopfen), Zaumen (Sud, Braumaische).

Kontext:
Der Text imitiert bewusst den Stil der frühen Eulenspiegel-Drucke aus dem 16. Jahrhundert, um die historische Atmosphäre der Figur zu bewahren.